Welttag der Kunst: Eine fünftägige Skizzenreise in Varanasi

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Welttag der Kunst: Eine fünftägige Skizzenreise in Varanasi

Der Welttag der Kunst, der jährlich am 15. April begangen wird, ist ein internationaler Feiertag der bildenden Künste, der das Bewusstsein, die Kreativität und die Unterstützung von Künstlern weltweit fördert. Zu Ehren dieses Tages teilt Suraj Thite, Mitarbeiter von Blue Yonder, seine Gedanken zu einem künstlerischen Retreat in der Stadt Varanasi – eine Erfahrung, die von Menschen, Glauben, Kunst, Lernen und stillem persönlichem Wachstum geprägt war.

Manche Städte werden nicht nur besucht – man erlebt sie, fühlt sie und nimmt sie langsam in sich auf. Varanasi ist ein solcher Ort. Im Dezember 2025 hatte ich die Gelegenheit, fünf intensive Tage in dieser alten Stadt mit Kalaarambh, einem Kollektiv von Künstlern aus ganz Indien, zu verbringen.

Dieser Blog ist eine Reflexion dieser fünf Tage – durch Straßen, Ghats, farbverschmierte Hände, geteilte Weisheit und Momente, die mir für immer in Erinnerung bleiben werden.

Tag 1: Spaziergänge allein, Glaube und erste Gespräche

Ich kam allein in Varanasi an, etwas müde von der Reise, aber voller Vorfreude. Bevor ich mich der Gruppe anschloss, verbrachte ich den Tag damit, durch die engen, zeitlosen Gassen der Altstadt zu schlendern. Varanasi hat die Gabe, einen in Gespräche hineinzuziehen – mit Ladenbesitzern, Pilgern, Bootsmännern und Fremden, die einem schnell vertraut vorkommen.

An diesem Tag konnte ich dank der Hilfe freundlicher Einheimischer Kashi Vishwanath – einen der heiligsten Jyotirlingas von Lord Shiva – und später Kalbhairav, den furchterregenden Schutzgott der Stadt, besuchen. Beide Erlebnisse wirkten erdend, fast wie eine stille Beruhigung vor der bevorstehenden künstlerischen Reise.

Fotos vom ersten Tag

Tag 2: Malen am Assi Ghat – Wo der Tag beginnt

Assi Ghat, ganz in der Nähe meines Hotels gelegen, wurde für den Tag zu meinem Arbeitsplatz. Bekannt als der Zusammenfluss der Flüsse Ganga und Assi, ist es einer der lebhaftesten Ghats – besonders am Morgen.

Ich habe den ganzen Tag dort mit Malen verbracht, umgeben vom Rhythmus der Gebete, Boote, Sadhus und neugierigen Zuschauern. Etwas Besonderes geschah – zwei meiner Gemälde wurden direkt vor Ort verkauft. Es ging nicht nur um den Verkauf; es fühlte sich an wie eine stille Bestätigung dafür, dass meine Arbeit die Menschen auf eine Weise berührte, die über Worte hinausging.

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Tag 3: Lernen, Beobachten und die Magie der Ganga Aarti

Der dritte Tag war ganz der Kunst und dem Lernen gewidmet. Wir begannen unsere Reise erneut am Assi Ghat und zogen später zum Chet Singh Ghat weiter, das für seine historische Festung und die geschichteten Treppen bekannt ist – ein Traummotiv für Stadtzeichner.

Der Tag beinhaltete Malsitzungen und Live-Demos der Meisterkünstler Vikrant Shitole, Bijay Biswaal und Vijay Achrekar. Ihnen bei der Arbeit aus nächster Nähe zuzusehen, war an sich schon eine Meisterklasse – nicht nur in Bezug auf die Technik, sondern auch auf Herangehensweise, Geduld und das Erzählen von Geschichten durch Kunst.

Als der Abend hereinbrach, wurde ich Zeuge der Ganga Aarti – einem Spektakel aus Feuer, Gesängen, Glocken und Hingabe. Selbst wenn man es schon mehrmals auf Fotos und Videos gesehen hat, ist es etwas ganz anderes, es persönlich zu erleben.

Fotos vom 3. Tag

Tag 4: Ghats, lokale Spezialitäten und eine unerwartete Pause

Am vierten Tag führte uns unsere Reise zum Dashashwamedh Ghat, einem der ältesten und wichtigsten Ghats in Varanasi, gefolgt vom Mahanirvani Ghat, das für seine spirituelle Bedeutung und seine ruhigere Atmosphäre bekannt ist.

Den ganzen Tag verbrachte ich mit Malen – ich beobachtete Licht, Schatten, Rituale und das Leben, das sich entlang des Flusses entfaltete. Am Abend verließ ich die Ghats, um die lokalen Märkte zu erkunden und das berühmte Streetfood von Banaras zu probieren.

Leider endete der Tag mit einem unerfreulichen Zwischenfall, da ich nachts krank wurde und einen Arzt aufsuchen musste. Es war eine Erinnerung daran, dass Reisen unberechenbar ist – und dass der Körper manchmal nach Ruhe verlangt, selbst wenn der Geist weitermachen will.

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Tag 5: Manikarnika Ghat, Dankbarkeit und neue Motivation

Unser letzter Tag führte uns nach Manikarnika Ghat, einem der spirituell kraftvollsten Orte Indiens. Bekannt als der ewige Verbrennungsplatz, symbolisiert er den Kreislauf von Leben, Tod und Befreiung. Das Malen an diesem Ort erforderte Feingefühl, Ruhe und Respekt.

Ich hatte die Ehre, beim Malen neben dem mit dem Padma Shri ausgezeichneten Künstler Vasudeo Kamath zu sitzen. Er nahm sich einen Moment Zeit, um meine Arbeit zu betrachten und bewunderte sie – ein kleiner, aber für mich sehr bedeutsamer Moment.

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